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Praxis Dr. Bob

FRAGEN SIE DR. BOB - heute: Dr. Bob zieht um

 

Tatsache, Freunde, Dr. Bob zieht um!

In seinem Praxisgebäude ist eine Werbeagentur-Schrägstrich-Partnervermittlung eingezogen und nun hängen überall nervige Banner mit verschmitzt guckenden Singlegirlies rum. Das findet Dr. Bob suboptimal, also hat er seine Bücherkisten und die Wii eingepackt und einen Nachsendeantrag gestellt.

Er therapiert jetzt unter:

http://solipsist.twoday.net/

 

(Dr. B behandelt auch Kassenpatienten, könnt also gerne mal vorbeischauen.)

 

10.5.09 17:42


FRAGEN SIE DR. BOB - heute: Jim Henson und die Schweinegrippe

[Lissy Milvenschwind hechtet durch’s Vorzimmer und stürzt in Dr. Bobs Büro]

Q: DR. BOB!!!!!

 A: [Dr. B spielt gerade ObsCure auf der Wii – er ist abgelenkt, das Monster springt durch das Loch im Zaun auf die Straße und haut Dr. Bobs Spieler platt. Dr. Bob sammelt sich und macht Flatscreen und Spielkonsole aus.] Fräu-lein Mil-ven-schwind. Sie sind etwas zu früh dran, daher war ich unvorbereitet. Ich würde mich dennoch freuen, wenn Sie anklopfen könnten, bevor Sie mein Büro stürmen … wenn ich noch in einer Sitzung gewesen wäre, wäre sowas u. U. detrimental!

Q: [Lissy M. winkt ab, sie ist atemlos] Stimmt absolut,  Dr. Bob, sorry! Ehrlich!! Aber …

A: [Dr. B gibt sich väterlich, da Lissy M. sichtlich aufgebracht scheint] Was ist denn passiert, meine Liebe?

 Q: Dr. Bob, die Schweinegrippe! Die SCHWEINEGRIPPE ist passiert! Der erste Fall in Wiesbaden! In Mexiko sterben schon Leute daran, eine Pandemie! Bei der großen Influenza Welle 1918 sind zwischen 20 und 40 Millionen Leute gestorben. [wird immer lauter und aufgeregter] Das müssen Sie sich mal vorstellen!! Die PANDEMIE IST DA!

A: Aber, aber ... Panzootien sind doch normal. Erinnern Sie sich an die BSE vor ein paar Jahren, ... die paar Creutzfeldt-Jakob Fälle danach, naja. Oder die Hühnergrippe in China … jedesmal wurde prophezeit, daß die Krankheit auf den Menschen übergreifen kann und in einer Pandemie enden wird. Das ist doch nur ein Medienspektakel! Heute niest kein Huhn mehr danach [freut sich am Wortspiel] hehe.

Q: Mann, Dr. Bob, DIESMAL! ABER! NICHT! Der erste Fall in Wiesbaden!! Wiesbaden! Dr. Bob, Sie können das nicht wegdiskutieren! Jim  Henson ist an sowas gestorben und ich fühl mich auch schon nicht so gut! Ich habe „38 Days Later“ gesehen, ich weiß doch, was los ist!!

 A: [Dr. Bob denkt über Valium nach – für sich] Fräulein Milvenschwind, bitte beruhigen Sie sich. Wir haben doch bereits über Ihre Filterstörung gesprochen und darüber, daß Sie sich dem Internet und auch bestimmten Filmen nicht so aussetzen sollten! [er lehnt sich nach vorne und stapelt seine Hände zusammen] Erstens, waren es nur „28 Days Later“ und Affen und Ratten. Danny Boyle ist ein großartiger Regisseur, aber ich hatte Ihnen schon bei „Trainspotting“ gesagt, daß seine Filme nichts für Sie sind, richtig?

Q: [Lissy M. nickt emphatisch] Ja, ja, das stimmt ja alles, aber Jim Henson …

 A: Jim Henson ist an einer Streptokokken Infektion gestorben – und soweit ich weiß, hat es keinen der Muppets erwischt, also keine Pandemie – oder Puppetdemie! [lacht auffordernd] Das war ein Witz, Fräulein Milvenschwind!

 Q: [Lissy M. quengelt] Jaaaaaaaa, Dr. Bob, Sie sind der Lustigste, aber Sie können die Influenza Pandemie nicht auslachen, weil …

A: [Dr. B unterbricht] Nun ist es aber gut!! Zu Ihrem Fall in Wiesbaden: Erstens hat er sich nicht bestätigt und zweitens denkt man bei Wiesbadenern immer, sie hätten die Schweinegrippe – das liegt in der Natur der Sache, weil sie auf der falschen Rheinseite wohnen.

Q: Das verstehe ich nicht, ich … falsche Rheinseite? Ich werde das mal googeln.

A: [Dr. B tritt sich mental gegen’s Schienbein.] Nein! Sie googeln bitte heute gar nichts mehr! Also, im Ernst: Der Fall wurde nicht bestätigt. Zweitens ist die Influenza Pandemie Anfang des 20. Jahrhunderts selbstverständlich nicht zum Lachen, aber man hatte davor kein Verständnis von viralen Erkrankungen, außerdem war die Weltbevölkerung durch den Krieg sowieso geschwächt und das Gefährliche an dieser Pandemie waren die Sekundärinfektionen wie z.B. Lungenentzündung.  Heute ist man viel weiter.

Q: Aber in Mexiko gibt es ganz viele Fälle und alle Experten haben sowieso gewarnt, daß innerhalb von 2 Jahren eine Pandemie kommt!!!

A: Alle Experten haben auch gewarnt, daß Uschi Glas sich nochmal für die BILD auszieht und das ist auch nicht eingetreten – wofür wir global und ewig dankbar sein dürfen! [exhaliert] Bitte, Fräulein Milvenschwind, in Mexiko mußten die Zahlen auch nach unten korrigiert werden und wahrscheinlich sterben dort und weltweit täglich mehr Menschen an Brechdurchfall als an der Schweinegrippe und das interessiert auch kein … [räuspert sich] … Schwein. Globale Angst verkauft sich einfach besser. Jede Mundschutzmanufaktur läuft momentan auf Hochtouren, glauben Sie mir! Aber bitte, wir hatten doch darüber gesprochen, daß Sie ein Problem haben, Reize und Informationen einzuordnen und alles auf Sie einstürmt.

Q: [Lissy M. kommt langsam runter] Ja, Filter-Störung.

 Q: Genau! Ihre ist nicht schwerwiegend, aber dennoch vorhanden und deshalb hatten wir auch darüber gesprochen, daß wir sie noch nicht medikamentös dämpfen, aber daß Sie sich im Gegenzug bestimmten Dingen nicht aussetzen! Zum Beispiel Internet Foren, in denen die angebliche Schweingrippe mit Jim Henson und Influenza verknüpft wird, ja?

 A: Ja, das stimmt. [denkt nach] Das hatten wir. Ok, Dr. Bob, alles wieder im Lack. Puh! War ich aufgeregt! Im Grunde ist es auch wurscht, ob ich an der Schweinegrippe sterbe oder an Sodbrennen von einem Käse-Currywürstchen oder vom Bus überfahren werde, gell? [nickt mit großen Augen] Tot ist tot.

Q: Besser hätte es Sartre nicht formulieren können, Lissy! Bis nächste Woche und wenn Sie zwischendrin niesen müssen, melden Sie sich bitte.

1.5.09 14:01


FRAGEN SIE DR. BOB - heute: keine Arme, keine Kekse

[Helene van Alster wirft einen vorsichtigen Blick in Dr. Bobs Vorzimmer. Sie hofft, nicht wieder auf diese unsägliche Lissy Milvenschwind zu treffen, die kürzlich zotige Bemerkungen über Helenes Brustvergrößerung gemacht hatte. Das Vorzimmer ist leer. Erleichtert durchquert Helene den kleinen Raum und klopft an Dr. Bobs Sprechzimmertür.]

A: [Dr. B  streicht sich hastig ein paar Fusseln von seinem neuen Pullover und fährt sich mit den Fingern durch die Haare. Er räuspert sich und gibt sich Mühe, volltönend zu klingen]  Joh, bütte?

Q: [Helene betritt das Sprechzimmer mit kleinen Schritten] Guten Tag, Dr. Bob, ich hoffe, ich bin nicht zu spät.

 A: Aber mitnichten, liebes Fräulein van Alster. Helene! Bitte nehmen Sie Platz. [Er deutet einladend auf die Couch.]

Q: Ach, herrlich, danke, Dr. Bob. [Helene setzt sich und seufzt] Sie glauben nicht, was für ein Verkehr heute wieder herrscht! Manchmal denke ich wirklich, ich bin nicht zum Stadtmenschen geboren.

A: [Dr. B legt den Kopf von links nach rechts und lächelt entwaffnend.] Aber, aber, liebe Helene. Da interpretieren Sie sicherlich etwas zu viel hinein. Sie sind doch so anpassungsfähig! Nun, apropos, womit kann ich Ihnen denn heute dienen? Wie fühlen sich die neuen Brüste an?

Q: Ähm … Bitte, wie?  

A: [Dr. B ist sein Lapsus sichtlich peinlich. Er räuspert sich zu laut. Trinkt einen Schluck Wasser, schluckt zu laut.] Hahaha, da ist man Therapeut so gewohnt von Gefühlen zu reden, daß man tatsächlich nicht vor solchen Faux-Pas gefeit ist, wie man merkt. Hahaha. [Lacht zu laut.] Das ist das, was Freud als „Fehlleistungen“ zu bezeichnen pflegte ...

Q: Ja, aber sagte Dr. Freud nicht auch, daß es sich bei Fehlleistungen um „vollgültige psychische Phänomene“ handele, die „jedesmal Sinn und Tendenz“ haben?

 A: Meine liebe Helene, Sie erstaunen mich wirklich in jeder Sitzung! Ausgezeichnet! Ja, Freud sagte dies tatsächlich in seiner Erläuterung zum Interesse an der Psychoanalyse. Sie widmen sich den großen alten Meistern der Psychologie?

Q: [Helene fühlt sich unsicher. Eigentlich hatte sie nur etwas Mitleid für ihre Parkplatzsuche gewollt. Nun hat sie den Diskussionsfaden verloren.]  Ach nein, nur was man mal so liest. Sie wissen schon … gefährliches Halbwissen. [lacht verlegen.] Worüber ich aber sprechen wollte, Dr. Bob …

 A: [Dr. B. ermahnt sich innerlich, einfach mal die Fresse zu halten.] Mh?

 Q: Dr. Bob, mein Ex-Verlobter hat mich kontaktiert und ich weiß nicht recht, wie ich mit der Situation umgehen soll. 

A: Oh. Was ist denn sein Anliegen?

Q: Ach. Ich weiß nicht, ob Sie sich erinnern, Marius und ich hatten uns ja getrennt, weil ich … weil er ... ich meine, es war …  

A: [Dr. B macht eine auffordernde Geste.] Ich erinnere mich sehr genau, aber es ist wichtig, daß Sie es sagen, liebe Helene.

Q: [Helene schaut zu Boden] … weil er eine Affäre mit seiner Steuerfachgehilfin hatte.

A: Und?

Q: [leise] Und seiner Podologin.

 Q: Und??

 A: [Helene wird kiebig] Und seiner Hairstylistin!

Q: [Dr. B insistiert]  Und????

 A: Und seiner … [Helene van Alster springt von der Couch auf und lehnt  sich  auf Dr. Bobs Schreibtisch. Sie spuckt vor Zorn.] UND SEINER VERDAMMTEN HAUTÄRZTIN, DIE KEINE ARME HAT UND MIT DEM MUND UNTERSUCHT! HA!HA!HA! Herrjeh, Dr. Bob, muß ich denn nun wirklich alles aufzählen, von Fußpflegerin bis Bäckersfrau, die er über  der Kuchentheke genommen hat, damit sie sich beide dabei die Donauwelle  in der Auslage betrachten konnten??? Das kann ja wohl nicht ihr Ernst sein! Ist das Ihre Form von emotionalem Gaffen? Wollen Sie mir verdeutlichen, daß meine Verlobung eine emotionale und psychische Massenkarambolage war?? [Sie dreht sich abrupt um und stakst zurück zur Couch.] Bittesehr! Dann haben wir das ja nun geklärt. Kann ich jetzt mein Problem schildern oder möchten Sie noch hören, was die Podologin eingeölt hat - außer Marius‘ Füßen???

 Q: [Dr. B nimmt seine Brille ab und fängt an, sie zu putzen. Grausamerweise meint er, die Spiegelung einer Donauwelle im Brillenglas zu erkennen. Er sitzt seine Sehhilfe schnell wieder auf, bevor sich eine armlose Hautärztin spiegelt.] Mein liebes Fräulein van Alster, Helene, ich bitte Sie! Diese konfrontierenden Interruptionen waren therapeutisch wichtig. Natürlich möchte ich Ihnen keinen Schmerz bereiten [möchte er weiß Gott wirklich nicht!] aber Sie neigen dazu, den Fehler zu oft bei sich selbst zu suchen und in dieser Situation mit Marius Freiherr von Bühlerhöhe – Sie sehen, ich erinnere mich genau – liegt der Fehler sehr eindeutig bei ihm! Was wollte er denn von Ihnen?

A: [Helene ist ihr Ausbruch sehr unangenehm] Ach, Dr. Bob, das war unverzeihlich von mir, bitte entschuldigen Sie! Ich habe noch viel Ärger in mir, das merke ich jetzt. Nicken Sie nur, ich weiß, Sie kennen mich besser als ich mich selbst, lieber Dr. Bob. [lächelt, wird dann aber wieder ernst] Was er wollte? Nun, er schreibt, er habe einen Fehler gemacht und ich sei wirklich die einzige Frau, die ihm je etwas bedeutet hat und er habe sich wirklich geändert. Eine Therapie habe er gemacht, bei einer Frau Dr. Gonzales?, und nun sehe er ein, wie falsch er sich verhalten habe. Er sei ein diagnostizierter Sex-Abhängiger, aber er sei in Behandlung, schreibt er. [Helene holt tief Luft] Sehen Sie, Dr. Bob, sicherlich ziehe ich durch meine vergrößerten Brüste mehr männliche Aufmerksamkeiten und Avancen auf mich, aber es ist bislang einfach niemand dabei, der mich ergänzt, verstehen Sie? Ich werde älter, mein Bekanntenkreis besteht nur noch aus Pärchen und ich merke, wie ich mich zurückziehe. Marius ist galant und gebildet und auch in anderer Hinsicht sehr eindrucksvoll …

Q: [Dr. B presst unter dem Tisch seine Fingernägel in seine Handfläche, doch bevor er es verhindern kann, kontert er] … weswegen er sich von ungefähr 80% seines weiblichen Umfelds  den Rost vom Auspuff polieren läßt! [Er kann nicht fassen, daß er das verbalisiert hat.]

A: [Helene schaut strafend] Dr. Bob, das war nun wirklich unnötig und sehr gewöhnlich! Das schätze ich gar nicht bei Ihnen. Alles was ich sage ist, daß ich nicht die Chance auf eine zweite Chance für mich verpassen möchte, indem ich sie ihm verweigere. Sagen Sie nicht immer, daß Selbsterkenntnis der erste Schritt zur Besserung ist? Er hat Hilfe gesucht und nimmt sie auch an! Ich denken wirklich, ich sollte …

Q: [Dr. B kann es sich nicht erklären, aber er ist komplett genervt. Innerlich ermahnt er sich zu Contenance, setzt zu einer autogenen Atemübung an, aber irgendwie hat er keine Kontrolle über die Worte, die er ausspricht] Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Ich kenne Frau Dr. Gonzales und lassen Sie mich Ihnen sagen, daß die nun wirklich keine Arme hat, wenn Sie verstehen! Da hat Ihr Marius aber den Bock zur Gärtnerin gemacht! Nach allem, was Sie mir erzählt haben – und wir haben ja lange genug die Trennung aufgearbeitet! – versagt sich Marius Freiherr von Bühlerhöhe jeder sexuellen Impulskontrolle und zwar nicht etwa aus pathologischen Gründen, sondern einfach, weil er ein Narzisst und Egoist ist! Selbstverständlich glaube ich an die Psychoanalyse – sie gestattet Einblick in die Herkunft und den Mechanismus vieler Erkrankungen, ohne Zweifel! Aber im Falle Ihres Marius‘ muß ich es laienhaft ausdrücken und Ihnen als Mann sagen: Der Typ ist ein Vollarsch! Er wird nicht damit aufhören! [fuchtelt vehement mit den Händen in der Luft rum] Lediglich seine Entschuldigungen werden ausgefeilter geworden sein. Natürlich weiß er, was er an Ihnen gehabt hat! Aber vor allem haben Sie ihm die Heimatfront in der Reihe gehalten, während er in fremden Häfen unterwegs war. Er wird das weiter machen, aber nachdem er sich jetzt zu seiner angeblichen "Krankheit" bekannt hat, wird er JEDES MAL darauf verweisen!! Liebe Helene, das Problem ist doch Ihr Selbstwertgefühl! Sie werden sich doch nicht etwa nur deshalb an einen Hallodri binden, weil Ihnen die Decke auf den Kopf fällt! Die Einsamkeit in der Zweisamkeit ist viel schlimmer, wie Sie sehr wohl wissen! Ich kann Sie nur beknien, diesen Fehler nicht wieder zu machen! Er ist doch nicht der letzte Mann auf Erden. Es gibt auch Gute unter uns!!

A: [Helene weiß natürlich, daß Dr. B recht hat. Trotzdem ist sie etwas überfordert von seiner räumlichen Präsenz. Sie versucht einen Witz] Ach, Dr. Bob, nennen Sie mir drei von den Guten beim Namen. [lacht gezwungen]

Q: [Dr. B gesteht sich ein, daß er die Schnauze gestrichen voll hat, auch wenn er nicht genau eruieren kann, von was] Ich schlage vor, liebes Fräulein van Alster, daß Sie nichts unternehmen bis zu unserer nächsten Sitzung und dann schauen wir, wie Sie die Sache mit Abstand sehen. Antworten können Sie dem virilen Marius immernoch.

[Helene van Alster stimmt zu und verläßt das Büro. Dr. Bob zückt sein Blackberry und macht einen Termin bei seinem Therapeuten.]

28.4.09 22:39


FRAGEN SIE DR. BOB - heute: Wut

[Binky Schneider betritt das Sprechzimmer. Dr. Bob deutet höflich auf die Couch, damit sie sich setzen kann]

A: Fräulein Schneider …

Q: Binky, bitte.

 A: Nun, ich tue mir etwas schwer mit Spitznamen in unserem Verhäl-…

Q: [Binky schüttelt emphatisch den Kopf] Nein, nein, Binky ist mein ganz normaler Vorname!

 A: Mh. Ungewöhnlich.

 Q: [Binky setzt sich auf die Kante der Couch und legt die Hände in den Schoß] Nu, meine Eltern kommen aus dem Osten und sie wollten mir einen besonderen Namen geben. 'Peggy' hieß jede und dann dachten sie, sie nennen ihre Tochter 'Piggy', nu. [Binky schüttelt den Kopf] Puh, gottseidank kam die Wende und meine Eltern haben mal die Muppet Show gesehen, bevor meine Mutti schwanger wurde!! Dann haben sie sich für 'Binky' entschieden. … Dr. Bob? … Dr. Bob? Ich hatte einen Deutschlehrer, der hat auch oft genauso gehustet, nu, wenn ich mich im Unterricht gemeldet habe. So ein Lach-Husten. Aber er meinte immer, es bestehe kein Dorsalzusammenhang.  

A: [Dr. B holt tief Luft] Kausal.  

Q: Bitte?

 A: Kausal-Zusammenhang, Binky.

Q: [Binky grübelt sichtbar] Aber … nein, das war doch sowas mit Kunst. Ein Kunststil. Kau-Saal.

A: [Dr. B. schüttelt den Kopf als hätte er Wasser im Ohr] Bauhaus. Du meinst Bauhaus. Binky, wie kann ich Dir denn heute helfen?

Q: Dr. Bob, ich bin wütend.

A: Ärger ist eine normale Emotion. Worüber hast Du Dich denn geärgert?       

Q: [Binky schüttelt den Kopf] Nein, nein, ich bin nicht sauer über irgendwas, ich bin wütend. Immer. Ich meine, jeder denkt immer, daß ich so lieb und treu und nett sei, nu. Und viele Leute nehmen mich gar nicht für voll. Ich mache immer, was man mir sagt, aber ein Teil von mir, ist einfach sehr wütend.  

A: Ist es eine exogene oder eine endogene Wut, Binky?

Q: [Binky grübelt] … ich nehm ja Spanisch Nachhilfe, aber …

 A: Wird die Wut von außen ausgelöst oder ist sie eher innerlich? Bist Du auf Dich selbst oder auf andere wütend, Binky?

Q: Dr. Bob, das ist mal so, mal so. Oft denke ich aber „Binky, Du bist so eine doofe Dummiane! Alle können Dich benutzen!“ und kann mich selbst nicht so gut leiden, in dem Moment, nu. Aber manchmal … [Binky kneift ein Auge zu und grinst plötzlich verschlagen] manchmal, da bin ich auch sauer auf andere Leute. Leute, die mich ausnutzen und mir ständig irgendwelche verwirrenden Aufgaben stellen und mich auslachen und mir meine Arbeit kaputtmachen und über mich lästern. Da stelle ich mir schon oft vor, wie ich denen die Arme ausreiße und sie damit zu Tode prügele, nu. Und dann wollen sie weglaufen und rutschen auf dem ganzen Blut aus, daß aus ihren Arm-Stümpfen pulsiert und dann haue ich sie noch fester und sie rutschen in ihrer Blutlache rum und ich trete sie und frag: „na, wie fühlt sich das an? Wie isses auf dem Boden? Wie isses, wenn man auseinandergenommen und kaputtgemacht wird? NA? NA???“ … [Binky zieht die Augenbrauen hoch und lacht fröhlich] … aber nicht so oft.

 Q: [Dr. B ist merkbar alarmiert] Mh, Binky, das sind natürlich schon Gewaltphantasien, die etwas über der akzeptierten Norm liegen! Da bin ich jetzt doch etwas schockiert.

A: Ach, Dr. Bob, nee. Meistens bin ich doch nur auf mich selbst wütend.  [schaut traurig nach unten] Alle können immer mit mir machen, was sie wollen und ich lasse es mir gefallen. Und dann gehe ich heim und bin enttäuscht von mir selbst. Früher habe ich mir die Arme aufgeritzt, aber das mache ich heute nicht mehr. Ich find’s nur einfach blöd und dachte, Sie hätten einen Tip.

Q: [Dr. B schreibt sich gerade einen Zettel ‚alle spitzen Gegenstände vor nächster Sitzung mit Binky Schneider wegräumen!!!‘. Er überlegt, noch ein Ausrufzeichen hinzuzufügen, schaut dann aber auf und merkt, daß Binky aufgehört hat zu reden] Einen Tip? Einen Tip … meine Liebe, was soll ich Ihnen da ad hoc als Tip geben? So einfach geht das das doch nicht! Wir sollten daran arbeiten, ihren Ärger verarbeiten. Ihnen Techniken zu vermitteln, Ihre Wut zu kanalisieren …

A: [Binky ist interessiert] Soll ich mir das dann daheim anpflanzen, Dr. Bob? Als Therapie?

Q: Bitte? Was meinen …? [Dr. B reibt sich die Augen, seufzt] Nein, Binky, ich sagte ‚kanalisieren‘, nicht Cannabis.

A: Aber sehen Sie, Dr. Bob, das ist auch sowas! Niemand versteht mich so gut wie Sie, nu! Neulich war Tour de France und fuhren so Wasserträger mit. Und da habe ich gefragt, warum die extra Wasser tragen müssen, wenn doch da auch Autos nebenher fahren, die könnten das Wasser doch gleich mitbringen. Da hat mich jeder ausgelacht!

Q: [Dr. B kramt in seiner Schreibtischschublade nach einen Aspirin] Binky, lassen Sie uns nächste Woche zum Radsport kommen, für heute ist unsere Zeit um. Auf Wiedersehen.

A: [Binky springt auf und strahlt] Ja, Dr. Bob, bis nächste Woche dann!

25.4.09 10:29


FRAGEN SIE DR. BOB - heute: im Vorzimmer

[Helene und Lissy Milvenschwind treffen sich im Vorzimmer von Dr. Bobs Praxis.]

H: Ach, hallo! Sind Sie mittwochs 10 Uhr?

L: [Lissy M. unterbricht ihre Lektüre der neuen Douglas Broschüre] Bitte? Ja, bin ich.

H: Ich bin etwas früh dran.

L: Mh-mh. Oh Mann, ich hoffe, Dr. Bob ist heute etwas besser drauf! Letzte Woche war er dermaßen giftig …!

H: Ach was?! Naja, wissen Sie, ich glaube, Dr. Bob ist …  

L: [Lissy M. atemlos] Schwul????

H: Hu? Wie? Nein, auf DIÄT! Schlank im Schlaf! Ich denke, deshalb ist er etwas reizbar. Sonst hat er ja schon zwischendrin immermal Schoki genascht, aber das macht er ja jetzt gar nicht mehr.

L: [Lissy M. lehnt sich zurück und betrachtet ihre Maniküre] Ach, mit Diäten habe ich ja nichts am Hut. Zum Glück! Ich meine, gott, wer ist gestorben und hat so einer Diät gesagt, sie kann mir sagen, was ich essen soll? Tsk. Aber hey … irgendwas ist anders an Ihnen? Haben Sie …?

H: [Helene etwas verlegen] Mh, ja, ich habe mir die Brüste machen lassen.

L:Waaaaaaaaauuuuuuuu! Kraß!!! Aber schon auch recht ordentlich, oder?

H: Naja, 2 Körbchengrößen. [unsicher] Finden Sie es zuviel??

L: Hö, sagen wir, Ihre Knopfleiste braucht ein Zeiss-Fernglas, um die Knopflöcher zu sehen! [kichert] Nee, Quatsch, ich würde nur quasi die Klamotten mitwachsen lassen. Aber ansonsten ist es schick und Typen stehen da ja auch im Regelfall total drauf. Haben Sie schon was gemerkt?

H: Ach, wissen Sie, ich bin …

L: [Lissy M. atemlos] … lesbisch????        

H: Hä? Nein, ich bin nicht so die Weggeherin. Das mit den Brüsten ist eher für mich.

L: Verstehe. Wie Mariah Carey. Die hat sie sich auch vergrößern lassen, für ihr Selbstbewußtsein und so. Naja. Hätte auch einfach mit Tommy Mottola verheiratet bleiben können -da gab's Selbstbewußtsein mit der flachen Hand auf den nackten Arsch. [lacht herzhaft]  Naja. Jedenfalls … ich find’s gut. Steht Ihnen!

H: [Helene ist ziemlich verunsichert. Wird sie von Lissy Milvenschwind verarscht?] Ja, danke auch. Schicke Schuhe übrigens.

L: Puh, joah, Hilfiger College Schuhe. Dr. B ist letztes Mal dermaßen ausgerastet, weil ich was gegen seine Couch gesagt habe, daß er meine Crocs komplett gedisst hat. Also dachte ich, ich mache heut mal einen auf oldschool.

H: Oh, dann bin ich lieber mal vorsichtig. Meine Brüste wieder auf oldschool runterzutrimmen, würde mich ruinieren!!

[Die Tür zum Sprechzimmer öffnet sich und Dr. Bob bittet Lissy Milvenschwind zu sich.]

Dr. B: Ah, Fräulein Milvenschwind. Heute mal nicht die Gartenlatschen vom Obi, schön schön.

[Lissy Milvenschwind wirft Helene einen genervten Abschiedsblick zu und betritt das Sprechzimmer.]

L: Hallo, Dr. Bob. Ist das ein Popel da an Ihrer Nase oder eine Fistel?

...

30.3.09 16:52


FRAGEN SIE DR. BOB - heute: Ding-gewordener Sex

[Die Tür des Sprechzimmers öffnet sich abrupt, Lissy Milvenschwind stürzt ins Zimmer, wirft ihre Freitag-Tasche auf den Boden und sich selbst auf die Couch …]

Q: Dr. Bob, Madonna hat was mit A-Rod! Das gibt’s doch nicht!!!!!!!!!

 A: [Dr. B blinzelt mehrfach] Haben Sie sexuelle Probleme? Sind Sie vielleicht frigide?

Q: [Pause] Wie bitte??

 A: Nun, ich erkundige mich nach Ihrem Sexualleben – oder Sexualableben, je nachdem.

 Q: Dr. Bob, ich komme zu Ihnen mit einer krassen Neuigkeit, die mich bewegt und alles, was Sie dazu zu sagen haben, sind zweideutige Kommentare hinsichtlich Sex!! Was mich heute zu Ihnen in die Praxis und auf diese spießige Rolf Benz Couch getrieben hat ist die Tatsache, daSS es offensichtlich nicht genug ist, daSS Madonna eine Pop-Ikone ist, die mit einem sehr coolen Schauspieler UND einem recht coolen Regisseur verheiratet war, ein SchloSS in England besitzt und in IHRen Videos Danny Aiello und Udo Kier mitgespielt haben – Nein, sie MUSS natürlich jetzt auch noch was mit Alex Rodriguez anfangen, der einer der Besten Batter der Geschichte ist und für die Yankees spielt!  

A: [Dr. B denkt nach] Nach einigem Überlegen muß ich zugeben, daß mich wenige Dinge mehr langweilen als Baseball. Doch! RTL vielleicht.  

Q: Dr. BOB! Darum geht es doch ÜBERHAUPT NICHT! Es geht um das kosmische Gleichgewicht, eine Balance des Karmas. Nehmen Sie mal Gisele Bündchen, Heidi Klum, Maria Furtwängler und Madonna – die 4 Schicksen alleine teilen sich genug Glück für eine kleine Afrikanische Hungerregion! Wo bleibt denn da die Hoffnung, daß uns allen etwas Gutes passieren kann? Wir sehen doch hier ganz DEUTLICH eine immer größer werdende Diskrepanz zwischen dem Glücks-Prekariat und der Glücks-Oberschicht! 4% der Glücksempfänger teilen sich 90% des kosmischen Glücks, die Glücks-Mittelschicht stirbt aus! … Dr. Bob? Dr. Bob? Hören Sie mir überhaupt zu?

A: [Dr. Bob sieht seit einiger Zeit aus seinem Panoramafenster. Er antwortet nun, ohne sich umzudrehen] Wissen Sie, als ich mit dem Therapieren neurotischer junger Damen begann, kannte man nur eine Madonna und mit wem die was hatte, wußte jeder. Beim Therapieren konzentrierten man sich auf Anima und Animus, Mutterkomplexe und Fixationen. Freudianer versus Jungianer. Heutzutage gibt es mehrere Madonnen, die – wenn man Ihnen glauben darf - u.a. Baseballspieler vögeln und der Psychotherapeut muß sich mit halbgaren Entwürfen eines Glücksozialismus herumplagen. Dazu muß er sich von Patientinnen, die Taschen aus LKW-Reifen tragen, die früher nicht mal originell genug für Vietcong-Füße gewesen wären, sagen lassen, seine Rolf Benz-Therapiecouch sei spießig. Und wenn er sich dann erlaubt zu versuchen, das Ganze wieder auf eine halbwegs therapeutische Ebene zu heben, in dem er sich nach dem Sexualleben der Patientin erkundigt, muß er sich sagen lassen, darum ginge es doch gar nicht!                                [holt tief Luft …]

Q: Aber …

A: [… und fährt fort] NEIN! KEIN ABER! SEHE ICH AUS WIE DIDDL??? ES GEHT IMMER UM SEX, IMMER! Selbst wenn es um Geld geht, geht es eigentlich um Sex, weil Geld sowas wie Ding-gewordener Sex ist. ALSO ERZÄHLEN SIE MIR NICHT, DARUM GINGE ES NICHT! Ich habe Psychologie studiert, ich weiß, wann es um Sex geht und wann nicht!!! Also nehmen Sie jetzt gefälligst diese furchtbaren Crocs von meiner Couch! Kein Wunder, daß Sie keinen Sex haben, diese Schuhe sind der proverbiale Erektionskiller und glauben Sie mir, als Psychologe kenne ich mich mit gekillten Erektionen aus!

Q: [Lissy Milvenschwind steht auf; nimmt ihre Freitag-Tasche und crocs-t so würdevoll wie möglich zur Tür] Ich weiß überhaupt nicht, womit Sie diesen Ausbruch rechtfertigen wollen, Dr. Bob. Und zu Ihrer Information habe ich sehr häufigen, erfüllten Sex. Und dabei legt mir niemand eine Fahne über meine Crocs und tut’s für’s Vaterland, falls Sie das als Nächstes sagen wollten. Im Übrigen sehen Sie tatsächlich ein bißchen aus wie Diddl.  ... – bis nächsten Mittwoch dann.

A: Ja, bis nächsten Mittwoch, Fräulein Milvenschwind. Schauen Sie doch mal, ob Sie bei Oxfam nicht was zum Anziehen aus der Claudia-Roth Collection finden. Oder noch einige erotische Jibbitz Sticker ... 

 

27.3.09 19:04


FRAGEN SIE DR. BOB - heute: Brustvergrößerung

Q: Lieber Dr. Bob, ich möchte mir gerne die Brüste vergrößern lassen, aber ich brauche auch dringend ein neues Auto. Was soll ich tun?

 A: [Dr. B denkt nach] Fragen Sie mich das als Mann, als Therapeut oder als Autofahrer?

Q: Ach, Dr. Bob, ich weiß nicht. Was meinen Sie denn grundsätzlich dazu?

 A: Nun, Helene, wie groß sollen denn die Brüste werden?

 Q: D-Körbchen, würde ich sagen. Mindestens.

A: Und was für ein Auto würden Sie stattdessen erwerben?

Q: Einen Peugeot 307 Diesel.

A: Paßt man mit mindestens D-Körbchen in einen 307?

A: [Helene grübelt] Woher soll ich das wissen?

Q: Mh, und wieviel PS?  

A: Ach, so um die 100 PS. Mein jetziger hat nur 75.

Q: [Dr. B – nach längerem Sinnieren] Liebe Helene, nach sorgfältigem Abwägen aller Faktoren resümiere ich wie folgt: Sie möchten sich die Brüste vergrößern lassen oder ein neues Auto kaufen, haben aber nur das Kapital für eines der beiden. So oder so reden wir von einer Verbesserung der Motorisierung. Ich rate zur Brustvergößerung! Entweder das, oder zum Erwerb eines Porsche Turbos.  

A: Dr. Bob, das verstehe ich nicht. Was hat denn ein Porsche Turbo damit zu tun?

Q: Bitte erinnern Sie sich: Sie fragen mich als Mann, als Therapeut und als Autofahrer. Aus allen 3 Rollen heraus darf ich Ihnen sagen: ein Porsche heilt und hilft immer (außer vielleicht ein Cayenne oder ein Boxter Cabrio).

A: Ach, Dr. Bob, solch simplifizierte Ansätze finde ich beschämend in einem Manne Ihres Bildungsgrads.

Q: Au contraire, meine Liebe! Wir reden hier nicht in Banalismen, sondern in Heuristiken. Es ist sehr einfach: Eine große Oberweite hat einen hohen Aufmerksamkeitsfaktor, genauso wie ein Porsche Turbo. Ein schmalbrüstige Frau in einem untermotorisierten Peugeot hat es da ungleich schwerer!! Wenn Sie also bei der Wahl Ihres künftigen Hupraums (wenn mir dieser wortwitzige Bonmot gestattet sei) auf Format achten, sollten Sie dies auch bei Ihrem Fahrzeug tun! Überformatiert und untermotorisiert ist keine gewinnversprechende Kombination – fragen Sie nur jeden Amerikanischen SUV-Hersteller!! [kichert]

A: [Helene ist erzürnt] Dr. Bob, ich vermisse vollkommen den therapeutischen Ansatz in Ihren Ausführungen!

Q: [Dr. Bob seufzt und denkt an Keramikbremsen und Turbofelgen ...]

 

21.3.09 13:27


FRAGEN SIE DR. BOB - heute: Haustiere

Q: Lieber Dr. Bob, ich möchte gerne ein Haustier aus dem Tierheim. Aber jedesmal, wenn ich mir eins aussuche, hat es sich gerade dann jemand vor mir ausgesucht.

A: [Dr. B nickt] Mh-mh.

Q: Ich weiß nicht, was ich machen soll, Dr. Bob, denn die zu-habenden Haustiere gefallen mir einfach nicht.

A: Nun, Binky, vielleicht mußt Du Deine Ansprüche etwas herabsetzen. Wenn Du nur jemanden möchtest, der da ist, wenn Du nach Hause kommst, reicht ja auch ein Fisch – da muß es nicht notwendigerweise ein Hund sein …

Q: Aber ein Fisch bellt nicht.

A: [Dr. Bob grübelt] Eine Katze auch nicht.

Q: Das stimmt, Dr. Bob, aber sie miaut.

A: Du möchtest also ein Haustier, das bellt, ggf. miaut, aber nicht schwimmt?

Q: Naja, ein Hund, der schwimmen kann, wäre toll. Wie heißen, die nochmal? Matador?

A: Labrador, Binky, ich vermute, Du meinst, Labrador. Matadore kämpfen mit Stieren.

Q: Nein, Dr. Bob, das sind Meteore. Schauen Sie bei Wikimedia.

A: [Dr. B seufzt] Meteore schwimmen nicht, es sei denn, sie sind aus Gummi. Wie kann ich Dir denn helfen, Binky??

Q: Dr. Bob, suche ich mir vielleicht mit Absicht Haustiere aus, die nicht mehr zu haben sind, damit ich keines bekomme?

A: Mit dieser durchaus potenten Frage bewegen wir uns natürlich in den dunklen Gefilden des Unterbewußten … Binky, wenn Du ein Haustier möchtest, mußt Du Dir klarwerden, ob Du eines möchtest, weil Du ein Haustier willst oder ob Du das perfekte Haustier für Dich möchtest. Beim ersteren tut es sicher auch ein Fisch, bei letzterem nur die eierlegende Wollmilchsau.

Q: [Binky reflektiert] eierlegende Woll… sowas hab ich im Tierheim noch nie gesehen!

A: Stimmt, denn sie ist sicher bereits das Lieblingshaustier von Ulla Schmidt.

Q: Ach, dann lasse ich mich mal auf die Warteliste für eine setzen. Meinen Sie denn, die bellt?

A: Ulla Schmidt?

Q: [Binky schweigt, dann: erleichtertes Lachen] Ach, Dr. Bob, Sie Schlingel! Aber danke, Sie haben mir sehr geholfen.

21.3.09 12:40





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